Unternehmensbesuch in der „Eberswalder Orgelbauwerkstatt“

Vor kurzem durfte ich das zweitälteste Handswerksunternehmen in unserer Stadt besuchen. Die „Eberswalder Orgelbauwerkstatt“ wurde im Jahr 1851 von Friedrich Kienscherf mit Sitz in der Jüdenstraße gegründet und ging durch die Hände mehrerer Generationen an die jetzigen Inhaber Andreas Mähnert und Harry Sander. Aktuell sind hier neben den beiden Geschäftsführern, zwei Gesellen und eine Auszubildende tätig. Ich habe bei diesem Besuch so viel erfahren dürfen, das würde für ganze fünf Berichte reichen…


In der Vergangenheit hatte die Orgelbauwerkstatt bis zu 10 Angestellte und gefüllte Auftragsbücher auf Jahre. Zwar hat die Orgelbauwerkstatt aktuell auch gut zu tun aber vor der eigentlichen Arbeit liegt immer sehr viel Papierkram und historische Recherche an, um Angebote erstellen zu können. Oft ist es sehr ungewiss ob Aufträge dann auch erteilt werden, denn dies hängt meist an den klammen Kassen der Kirchenbesitzer und der Vergabe von Fördermitteln.

Was mir besonders imponiert hat, war die unwahrscheinlich vielfältige Handwerksarbeit, die im Unternehmen geleistet wird. Bei klassischer Tischlereiarbeit mit Holz wird hier über Metall und Leder auch Knochen und vieles mehr bearbeitet.

Aktuell wird in der Werkstatt eine Orgel aus Schottland für die Sanierung der Prenzlauer Kirche aufgearbeitet. Die Technik, die in solch einer imposanten Orgel steckt, ist schlichtweg beeindruckend. Und warum hier eine kleine Orgel „Wartburg-Orgel“ heißt, kann ich vielleicht ein anderes Mal erzählen.

Ich wünsche der Orgelbauwerkstatt alles Gute für die Zukunft, denn solche Klein- und mittelständischen Unternehmen bilden das Rückgrat unserer Wirtschaft in der Stadt und sind gar nicht hoch genug zu würdigen.

Ich bedanke mich sehr herzlich bei Herrn Sander und Herrn Mähnert für diesen sehr interessanten Einblick in ein tolles Handwerk.

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